Wilhelm Kuehs: Der letzte Rock hat keine Taschen

Wilhelm Kuehs in der Buchhandlung Heyn | Foto: Günter Krammer

Wilhelm Kuehs in der Buchhandlung Heyn | Foto: Günter Krammer

In der behaglichen Atmosphäre des ersten Stocks der Buchhandlung Heyn fand am 6. Mai 2015 die Buchpräsentation des Kriminalromans Der letzte Rock hat keine Taschen des Kärntner Schriftstellers Wilhelm Kuehs statt. Der Autor stellte damit den ersten Band seiner Krimireihe um den Kärntner Journalisten Ernesto Valenti vor.
„Für mich ist der Krimi die beste Möglichkeit einen Gesellschaftsroman zu schreiben, der auch gelesen wird“, verrät Kuehs bei der Lesung.

Kuehs‘ Kuhgeschichte und ihre kriminelle Entwicklung

Bestechung, unmoralische Interventionen, unsinnige Investitionen und fragwürdige Unfallmorde charakterisieren den Kriminalroman von Wilhelm Kuehs. Krimis seien nun mal die perfekte Plattform für Kritik am politischen System, so der Autor, der auch als Journalist tätig ist.
Bei der Beschreibung einzelner Szenen wies Kuehs auf die tragische Realitätsnähe hin und erzählte einiges über die Hintergründe, die zur Entstehung dieses Romans geführt hätten. Beispielsweise lieferte jener absurde Vorfall eines Kuh-Absturzes in Hüttenberg, dem Tibet-Zentrum Kärntens, die zündende Idee, und er ergänzte, dass seine Phantasie oft Episoden erschaffe, die sich dann als ‚zu nahe an der Realität‘ herausstellten und deswegen noch mal überdacht werden müssten.
Bei einer Stelle über den Alltag in der ‚Kärntner Tagespost‘ ließ Kuehs auch persönliche Erfahrung einfließen, dezente Kraftausdrücke amüsierten an dieser Stelle das Publikum. Der versierte Mythen- und Sagen-Kenner gab auch interessante Querverweise, als er beispielsweise eine Stelle aus dem tibetischen Totenbuch vorlas und die Parallele zwischen Hüttenbergs König-im-Berg-Epos und einer Passage der buddhistischen Schrift erklärte.
Seinem Vorhaben „mit etwas Positivem“ aufzuhören, konnte der Autor nicht nachkommen, als er ziemlich nüchtern und etwas desillusioniert über seine Ansichten zur Zukunft des Landes sprach. „Trotzdem leben wir gerne hier!“, kam daraufhin eine etwas trotzige, aber ehrlich gemeinte Erwiderung aus dem Publikum.
Unter den Gästen fand sich auch eine junge Hüttenbergerin, die es sich nicht nehmen ließ, diesen Krimi signiert mit nach Hause zu nehmen.
Kulinarischen Ausklang fand die gelungene Lesung nach einer guten Stunde bei Weißwein und Hadn-Chips.

(Gastblog-Beitrag von Daniel Russegger)

Das Buch:
Wilhelm Kuehs: Der letzte Rock hat keine Taschen
Ein Kärnten-Krimi
ISBN 978-3-7099-7804-7
EUR 12,95

Der Autor:
Wilhelm Kuehs, geboren 1972 in Wolfsberg, ist ein Kärntner Schriftsteller, Germanist und Kulturwissenschaftler; er hat mehrere Romane und Sachbücher veröffentlicht, besondere Bekanntheit erlangte er mit seinen Veröffentlichungen von Sagen aus Kärnten und der umliegenden Adria Region. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Völkermarkt.

Links: Blog – Mehr zum Buch, Ankündiung

Alle Fotos der Lesung von Günter Krammer

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Eine Antwort zu “Wilhelm Kuehs: Der letzte Rock hat keine Taschen

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